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AWO übernimmt Vorstandsvorsitz in Frauenhauskoordinierung

Berlin, den 25.01.2023. Der AWO Bundesverband hat zum Jahresbeginn den Vorsitz in der Frauenhauskoordinierung für die Jahre 2023 und 2024 übernommen und verstärkt damit seine Aktivitäten zum Schutz von Frauen vor geschlechtsspezifischer Gewalt und im häuslichen Umfeld. Mit besonderem Nachdruck setzt sich die AWO für das Recht auf Schutz vor Gewalt für jede Frau und ihre Kinder ein. Eine gut erreichbare, zugängliche und bedarfsgerechte Infrastruktur mit Fachberatungsstellen bei geschlechtsspezifischer Gewalt, Frauenhäusern, Notrufen und Interventionsstellen ist dafür eine grundsätzliche Voraussetzung.

Dazu erklärt Selvi Naidu, Mitglied des AWO Bundesvorstandes: „Der Gewaltschutz für Frauen darf auch in Krisenzeiten nicht von der politischen Agenda verschwinden und es gibt einige Baustellen. Ob eine Betroffene im Ernstfall Schutz und Unterbringung bekommen kann, hängt nach wie vor davon ab, wo in Deutschland sie sich befindet – die Infrastruktur als löchrig zu bezeichnen, ist noch wohlwollend ausgedrückt. Dabei ist die so genannte Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen und Kindern in Deutschland seit fünf Jahren geltendes Recht. Hier werden wir gemeinsam mit den Partner-Verbänden die Politik weiter in die Pflicht nehmen.“

In 2021 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik 143.016 Fälle von Partnerschaftsgewalt erfasst. Die Opfer sind zu fast 80% weiblich. Die Gewalttaten werden von Partnern, Ehepartnern oder Ex-Partnern verübt. Für viele Frauen ist das eigene Zuhause weiterhin der gefährlichste Ort und insbesondere Schwangerschaft und Geburt eines Kindes oder die Trennung vom Partner können Bedrohungen, Stalking, Körperverletzung bis zum Mord verstärken. 2021 wurden 113 Femizide nachweislich durch (Ex-)Partner begangen.

Die Frauenhauskoordinierung setzt sich für den Abbau von Gewalt gegen Frauen und für die Verbesserung der Hilfen für misshandelte Frauen und deren Kinder ein. Die Information und Aufklärung der Öffentlichkeit über geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und die besonderen Gewaltdynamiken in (Ex-)Partnerschaften ist dabei ein wichtiger Auftrag. Die AWO hat ihre Forderungen an die Politik zu geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen konkretisiert, um sich in die Debatte einzubringen.

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Oxfam- Ungleichheitsbericht: AWO fordert Steuer auf Zufallsgewinne und Vermögen

Berlin, den 16.01.2023. Die weltweit größte Nothilfe- und Entwicklungshilfeorganisation Oxfam testiert in ihrem Ungleichheits-Bericht die zunehmenden globalen Verwerfungen und ungerechten Entwicklungen zwischen arm und reich: Reichtum und Einkommen sind in Deutschland und weltweit immer ungleicher verteilt. Die AWO sieht sich angesichts der anhaltenden Polarisierung unserer Gesellschaft in ihrer Forderung bestätigt, Umverteilung zu organisieren und dem Sozialstaatsprinzip des Grundgesetzes gerecht zu werden. Dazu erklärt Michael Groß, Präsident der Arbeiterwohlfahrt:

„Corona-Pandemie und Energiepreiskrise haben gezeigt, dass viele Unternehmen in sehr starkem Maße von plötzlich auftretenden Krisen profitieren. Wenn ganze Gesellschaften durch solche Krisen vor Zerreißproben gestellt werden, aber Unternehmen durch sie ohne eigene Leistung Milliardengewinne einfahren, dann ist es nur gerecht, dass auch alle von diesen Zufallsgewinnen profitieren: Unsere Solidargemeinschaft muss in angemessener Weise an diesen Gewinnen beteiligt werden. So könnten zum Beispiel notwendige Investitionen in die soziale Infrastruktur finanziert werden, ohne dass zusätzliche Schulden aufgenommen werden müssen, deren Last zukünftige Generationen tragen.“

Zudem fordert die AWO, dass endlich eine gesellschaftliche Debatte über die Weitergabe von Privilegien geführt werden müsse, bei der auch die Themen Vermögensteuer und Erbschaften keine Tabus mehr sein dürfen. „Denn“, so Michael Groß abschließend, „nur wenn wir endlich die Ausnahmen vom Leistungsprinzip in unserer Gesellschaft erkennen und systematisch abbauen, können wir das Versprechen der sozialen Marktwirtschaft vom Wohlstand für alle einlösen.“

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AWO zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Berlin, den 25.11.2022. Den heutigen internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen nimmt der AWO Bundesverband zum Anlass, um Leerstellen bei Schutz und Hilfe in Deutschland anzuprangern und Lösungen einzufordern. Dazu erklärt Selvi Naidu, Mitglied des AWO Bundesvorstandes: „Es gibt nach wie vor keine bundesweite Gesamtstrategie zur Umsetzung der Istanbul-Konvention mit beispielsweise zentralen Definitionen von Gewalt gegen Frauen, häuslicher Gewalt und Zielen z .B. von Prävention, es gibt keine systematische und geschlechtersensible Risikobewertung plus standardisiertem Sicherheitsmanagement, es fehlen auch Datenerfassungen und Statistiken zum Ausmaß geschlechtsspezifischer Gewalt und Vieles mehr. Die Bundesrepublik hat sich dazu aber mit Ratifizierung der Istanbul-Konvention verpflichtet. Es ist ein Skandal, dass die Umsetzung derart stagniert.“

Im kürzlich veröffentlichten Bericht des unabhängigen Menschenrechtsüberwachungsgremiums GREVIO, dass die Umsetzung des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (die sogenannte Istanbul-Konvention) überwacht, werden weitere gravierende Lücken im Gewaltschutz identifiziert und deren Beseitigung angemahnt. So wird gefordert, die Zahl verfügbarer, erreichbarer und barrierefreier spezialisierter Schutzräume für Frauen und Kinder zu erhöhen.

„Für Frauen mit vielen Kindern oder älteren jugendlichen Söhnen, für Frauen mit Behinderungen oder Frauen mit unsicherem Aufenthaltsstatus gibt es nach wie vor große Zugangsbarrieren. Komplexe Finanzierungsanforderungen für den Aufenthalt in einem Frauenhaus oder Wohnsitzauflagen sind weitere Hürden, die den Zugang zu Schutz und Hilfe erschweren und teils ganz versperren“, so Selvi Naidu, „Für gewaltbetroffene Frauen bedeutet dies oft, entweder beim gewaltausübenden Partner zu bleiben, in provisorischen Unterkünften unterzukommen oder obdachlos zu werden. Jeder Tag, an dem die Politik tatenlos bleibt, bringt Frauen und Kinder in Lebensgefahr. Der GREVIO-Bericht befeuert hoffentlich die Umsetzungsanstrengungen zur Istanbul-Konvention auf Bundesebene.“

Der AWO als Trägerin von Frauenhäusern, Fachberatungsstellen gegen häusliche Gewalt und Interventionsstellen ist die bundesweite finanzielle Absicherung der Hilfeinfrastruktur ein prioritäres Anliegen, damit gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder genau den Schutz und die Hilfe und Beratung erhalten, die sie brauchen. Naidu: „Wenn der Runde Tisch „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ von Bund, Ländern und Kommunen am 29.11.2022 zusammenkommt, dann erwarten wir, dass sehr zügig ein Entwurf für einen bundeseinheitlichen Rechtsrahmen für die verlässliche Finanzierung von Frauenhäusern und Beratungsangeboten für gewaltbetroffene Frauen vorgelegt wird. Es dürfen hier keine weiteren Jahre ungenutzt verstreichen.“

Die AWO als Teil des bundesweiten Gewaltschutznetzes für Frauen und deren mitbetroffene Kinder bietet in mehr als 40 Frauenhäusern und Schutzwohnungen sowie in Fachberatungs- und Interventionsstellen Beratung, Notfallhilfe und Schutz an.

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AWO Familienzentrum „Hedwig Wachenheim“ in Wiehl-Oberbantenberg erhält Gütesiegel Buchkita für hervorragende Leseförderung

Lesebegeisterung von klein auf: Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Deutsche Bibliotheksverband haben zum zweiten Mal in Folge das AWO Familienzentrum „Hedwig Wachenheim“ mit dem Gütesiegel Buchkita für ihr Engagement in der frühkindlichen Leseförderung ausgezeichnet. Als einzige Einrichtung im Oberbergischen Kreis trägt das AWO Familienzentrum „Hedwig Wachenheim“ das Gütesiegel.

Die Auszeichnung honoriert Betreuungseinrichtungen, in denen frühe kindliche Erfahrungen rund ums Erzählen, Reimen und Lesen ein Schwerpunkt des pädagogischen Konzepts sind. Buchkitas legen Wert auf regelmäßiges Vorlesen, einen vielseitigen Umgang mit Büchern, eine altersgerechte Medienbildung und bringen Kinder mit Leseorten wie Buchhandlungen oder Bibliotheken in Kontakt.

AWO FZ Hedwig Wachenheim Buchkita

Einrichtungsleitung Carmen Oeder und ihr Kita-Team sind stolz auf die Auszeichnung: „Zu unserem Konzept gehört das regelmäßige Vorlesen in den Gruppen, aber auch viele weitere Angebote rund um das Bilderbuch. Bespielsweise nutzen wir einen Vorlesekoffer, besuchen die Bücherei in Wiehl, nehmen jedes Jahr am bundesweiten Vorlesetag teil und jede Woche besucht uns ein Vorlesepate. Darüber hinaus haben wir eine Theatergruppe in der Kita und eine eigene Bücherei mit einem Bestand von über 700 Bilderbüchern und Geschichten“.

In der Bücherei werden jeden Freitag Bücher vorgelesen, die dem Alter der Kinder entsprechend ausgewählt sind. Auch dürfen sich die Kinder im Anschluss an das Vorlesen Bücher ausleihen und mit nach Hause nehmen, um zusammen mit den Eltern zu lesen.

Insgesamt erhalten 108 Kitas in ganz Deutschland die Auszeichnung für ihren besonderen Einsatz, Kinder früh für Geschichten und Sprache zu begeistern. 260 Einrichtungen hatten sich für das Gütesiegel beworben.

Schirmherr des Gütesiegels Buchkita ist der Kinderbuchautor und Illustrator Paul Maar. Förderer sind die Verlagsgruppe BELTZ, der Carlsen Verlag, die Irmgard-Clausen-Stiftung, Der Verlag FISCHER-Sauerländer, der Loewe Verlag, der Magellan Verlag, die Buchhandlung Eulenspiegel (Hochheim am Main), der Moritz Verlag, die Verlagsgruppe Oetinger, die Taunus Sparkasse und Thienemann-Esslinger. Initiator ist die Interessengruppe Leseförderung des Börsenvereins.

Weitere Informationen sind auf der Website www.guetesiegel-buchkita.de abrufbar.

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Urlaub mit Bewohner*innen des AWO Otto-Jeschkeit Altenzentrums

Ründeroth: „Der Bewohner*innenurlaub ist schon etwas ganz Besonderes“, beschreibt Katharina Schütz, Mitarbeiterin des Sozial-Kulturellen-Dienstes des AWO Altenzentrums in Ründeroth. Und das gleich auf mehreren Ebenen: „Die einzigartige Atmosphäre bringt die Bewohner*innen einander näher, aber auch haben die Mitarbeitenden so eine besondere Gelegenheit, psychosozial zu betreuen und die Beziehung zu den Bewohner*innen zu stärken“, so Einrichtungsleiter Martin Deckers, der sich über den großen Nutzen für alle Beteiligten bewusst ist und sich dafür einsetzt, dass das Seniorenzentrum diese besondere Erfahrung anbieten kann.

Am 11. September 2022 fand die lang ersehnte Kurzreise nach Neerkant in den Niederlanden statt. Dank dem Autohaus Stein Gummersbach stand acht Bewohner*innen und fünf haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden ein VW-Transporter für die Reise zur Verfügung. Die engagierten Helfer*innen des Sozial-Kulturellen-Dienstes, der Pflege, Küche und Hauswirtschaft des AWO Otto-Jeschkeit Altenzentrums hatten in der vorangegangenen Woche bereits alles Wichtige gepackt und in den Transporter geladen.

IMG 10922In Neerkant. Erste Reihe: Sabine Fleischer (Ehrenamt), Katharina Schütz (Mitarbeiterin); zweite Reihe: Ingrid Schmitz (Bewohnerin), Hans Müller (Bewohner), Annemarie Freimann (Bewohnerin), Willi Weßelmecking (Bewohner), Horst Twilfer (Bewohner), Herr Helmut Weber (Bewohner); dritte Reihe: Carsten Babbel (Mitarbeiter), Margit Starky (Ehrenamt), Margarete Biadatz (Mitarbeiterin), Günther Sturm (Bewohner), Gerda Gröger (Bewohnerin).

Schon am ersten Abend im Feriendomizil genossen die Bewohner*innen den „Tapetenwechsel“ in vollen Zügen: Bei leckerem Essen und Getränken wurde geschunkelt, gesungen und gelacht. In den Folgetagen wurde in Venlo gebummelt, Oktoberfest gefeiert, die Umgebung mit den landestypischen Windmühlen erkundet und ein Technik-Museum mit nostalgischen Fernsehgeräten, Radios, und vielem mehr, besucht. Auch für Schlecht-Wetter-Tage waren die Mitarbeitenden mit einem lustigen Spiele-Programm perfekt vorbereitet.

Am letzten Abend war die Truppe zusammengewachsen: Es wurde gelacht, geweint, Erinnerungen ausgetauscht, sich die Hände gereicht und neue Freundschaften geschlossen. Die Abschiedsfete dauerte bis in den frühen Morgen. Nach vier ausgelassenen, unterhaltsamen und anregenden Tagen konnten alle wohlbehalten ins Oberbergische zurückkehren. Sabine Fleischer, ehrenamtliche Mitarbeitende, resümiert: „Am Morgen der Abreise standen die fertig gepackten Fahrzeuge unter einem wunderschönen Regenbogen. Mit Gänsehaut und dem Gefühl dem Himmel ganz nah zu sein, traten wir unsere Heimreise in bester Stimmung an. Wir waren uns alle einig, dass es rundum ein sehr gelungener Urlaub war“.

 



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