News

AWO zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Berlin, den 25.11.2022. Den heutigen internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen nimmt der AWO Bundesverband zum Anlass, um Leerstellen bei Schutz und Hilfe in Deutschland anzuprangern und Lösungen einzufordern. Dazu erklärt Selvi Naidu, Mitglied des AWO Bundesvorstandes: „Es gibt nach wie vor keine bundesweite Gesamtstrategie zur Umsetzung der Istanbul-Konvention mit beispielsweise zentralen Definitionen von Gewalt gegen Frauen, häuslicher Gewalt und Zielen z .B. von Prävention, es gibt keine systematische und geschlechtersensible Risikobewertung plus standardisiertem Sicherheitsmanagement, es fehlen auch Datenerfassungen und Statistiken zum Ausmaß geschlechtsspezifischer Gewalt und Vieles mehr. Die Bundesrepublik hat sich dazu aber mit Ratifizierung der Istanbul-Konvention verpflichtet. Es ist ein Skandal, dass die Umsetzung derart stagniert.“

Im kürzlich veröffentlichten Bericht des unabhängigen Menschenrechtsüberwachungsgremiums GREVIO, dass die Umsetzung des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (die sogenannte Istanbul-Konvention) überwacht, werden weitere gravierende Lücken im Gewaltschutz identifiziert und deren Beseitigung angemahnt. So wird gefordert, die Zahl verfügbarer, erreichbarer und barrierefreier spezialisierter Schutzräume für Frauen und Kinder zu erhöhen.

„Für Frauen mit vielen Kindern oder älteren jugendlichen Söhnen, für Frauen mit Behinderungen oder Frauen mit unsicherem Aufenthaltsstatus gibt es nach wie vor große Zugangsbarrieren. Komplexe Finanzierungsanforderungen für den Aufenthalt in einem Frauenhaus oder Wohnsitzauflagen sind weitere Hürden, die den Zugang zu Schutz und Hilfe erschweren und teils ganz versperren“, so Selvi Naidu, „Für gewaltbetroffene Frauen bedeutet dies oft, entweder beim gewaltausübenden Partner zu bleiben, in provisorischen Unterkünften unterzukommen oder obdachlos zu werden. Jeder Tag, an dem die Politik tatenlos bleibt, bringt Frauen und Kinder in Lebensgefahr. Der GREVIO-Bericht befeuert hoffentlich die Umsetzungsanstrengungen zur Istanbul-Konvention auf Bundesebene.“

Der AWO als Trägerin von Frauenhäusern, Fachberatungsstellen gegen häusliche Gewalt und Interventionsstellen ist die bundesweite finanzielle Absicherung der Hilfeinfrastruktur ein prioritäres Anliegen, damit gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder genau den Schutz und die Hilfe und Beratung erhalten, die sie brauchen. Naidu: „Wenn der Runde Tisch „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ von Bund, Ländern und Kommunen am 29.11.2022 zusammenkommt, dann erwarten wir, dass sehr zügig ein Entwurf für einen bundeseinheitlichen Rechtsrahmen für die verlässliche Finanzierung von Frauenhäusern und Beratungsangeboten für gewaltbetroffene Frauen vorgelegt wird. Es dürfen hier keine weiteren Jahre ungenutzt verstreichen.“

Die AWO als Teil des bundesweiten Gewaltschutznetzes für Frauen und deren mitbetroffene Kinder bietet in mehr als 40 Frauenhäusern und Schutzwohnungen sowie in Fachberatungs- und Interventionsstellen Beratung, Notfallhilfe und Schutz an.

awo logo cmyk

Urlaub mit Bewohner*innen des AWO Otto-Jeschkeit Altenzentrums

Ründeroth: „Der Bewohner*innenurlaub ist schon etwas ganz Besonderes“, beschreibt Katharina Schütz, Mitarbeiterin des Sozial-Kulturellen-Dienstes des AWO Altenzentrums in Ründeroth. Und das gleich auf mehreren Ebenen: „Die einzigartige Atmosphäre bringt die Bewohner*innen einander näher, aber auch haben die Mitarbeitenden so eine besondere Gelegenheit, psychosozial zu betreuen und die Beziehung zu den Bewohner*innen zu stärken“, so Einrichtungsleiter Martin Deckers, der sich über den großen Nutzen für alle Beteiligten bewusst ist und sich dafür einsetzt, dass das Seniorenzentrum diese besondere Erfahrung anbieten kann.

Am 11. September 2022 fand die lang ersehnte Kurzreise nach Neerkant in den Niederlanden statt. Dank dem Autohaus Stein Gummersbach stand acht Bewohner*innen und fünf haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden ein VW-Transporter für die Reise zur Verfügung. Die engagierten Helfer*innen des Sozial-Kulturellen-Dienstes, der Pflege, Küche und Hauswirtschaft des AWO Otto-Jeschkeit Altenzentrums hatten in der vorangegangenen Woche bereits alles Wichtige gepackt und in den Transporter geladen.

IMG 10922In Neerkant. Erste Reihe: Sabine Fleischer (Ehrenamt), Katharina Schütz (Mitarbeiterin); zweite Reihe: Ingrid Schmitz (Bewohnerin), Hans Müller (Bewohner), Annemarie Freimann (Bewohnerin), Willi Weßelmecking (Bewohner), Horst Twilfer (Bewohner), Herr Helmut Weber (Bewohner); dritte Reihe: Carsten Babbel (Mitarbeiter), Margit Starky (Ehrenamt), Margarete Biadatz (Mitarbeiterin), Günther Sturm (Bewohner), Gerda Gröger (Bewohnerin).

Schon am ersten Abend im Feriendomizil genossen die Bewohner*innen den „Tapetenwechsel“ in vollen Zügen: Bei leckerem Essen und Getränken wurde geschunkelt, gesungen und gelacht. In den Folgetagen wurde in Venlo gebummelt, Oktoberfest gefeiert, die Umgebung mit den landestypischen Windmühlen erkundet und ein Technik-Museum mit nostalgischen Fernsehgeräten, Radios, und vielem mehr, besucht. Auch für Schlecht-Wetter-Tage waren die Mitarbeitenden mit einem lustigen Spiele-Programm perfekt vorbereitet.

Am letzten Abend war die Truppe zusammengewachsen: Es wurde gelacht, geweint, Erinnerungen ausgetauscht, sich die Hände gereicht und neue Freundschaften geschlossen. Die Abschiedsfete dauerte bis in den frühen Morgen. Nach vier ausgelassenen, unterhaltsamen und anregenden Tagen konnten alle wohlbehalten ins Oberbergische zurückkehren. Sabine Fleischer, ehrenamtliche Mitarbeitende, resümiert: „Am Morgen der Abreise standen die fertig gepackten Fahrzeuge unter einem wunderschönen Regenbogen. Mit Gänsehaut und dem Gefühl dem Himmel ganz nah zu sein, traten wir unsere Heimreise in bester Stimmung an. Wir waren uns alle einig, dass es rundum ein sehr gelungener Urlaub war“.

 

AWO fordert Hilfsfonds für soziale Dienstleister auch auf Landesebene

Berlin, 04.11.2022. Ab dem 1. Januar 2023 sollen Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Rehakliniken Mittel aus einem „Hilfsfonds für soziale Dienstleister“ bekommen können, um die Kostensteigerungen des Winters 2022/2023 abzudecken. Dies geht hervor aus dem Abschlussbericht der Expertenkommission „Gas und Wärme“, der am 31. Oktober vorgelegt wurde.

Dazu kommentiert Michael Groß, Präsident der Arbeiterwohlfahrt: „Der von der Kommission vorgeschlagene Hilfsfonds für die Sozialwirtschaft richtet sich vor allem an Einrichtungen, die auf Bundesebene von Sozialversicherungsträgern refinanziert werden. Das greift zu kurz. Jetzt sind die Länder in der Pflicht, soziale Angebote wie Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe oder Beratungsstellen vor Ort zu unterstützen. Während unserer Sommertour haben wir wieder erfahren können, wie wichtig diese Angebote gerade jetzt sind. Kommunen dürfen in dieser Situation nicht alleine gelassen werden!“

Vor diesem Hintergrund fordert die AWO die Bundesländer dringend dazu auf, eigene Hilfsprogramme und Hilfsfonds aufzusetzen. „Wichtig ist, dass die Hilfen niedrigschwellig und unbürokratisch gestaltet werden. Zusätzliche und aufwendige Verwaltungs- und Prüfverfahren sind Diensten und Einrichtungen schlichtweg nicht mehr zuzumuten,“ so Michael Groß. An die Bundesländer appelliert die AWO: „Die verbleibenden Finanzierungslücken der Freien Wohlfahrtspflege müssen geschlossen werden, damit Menschen in Not auch in den vor uns liegenden Monaten Hilfe und Unterstützung zur Selbsthilfe bekommen.“

awo logo cmyk

Trauer vor dem Anpfiff: 20.000 Grabkerzen für die Toten in Katar

Die AWO und ein Aktionskünstler verwandeln das Stadion am Schloss Strünkede am 20. November in ein Mahnmal für die gestorbenen Arbeiter

- Pressemitteilung der Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Ruhr-Mitte und die Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Westliches Westfalen e.V. - 

Herne. Schweigen statt Jubel: Am 20. November findet das Eröffnungs-Spiel der Fußball Weltmeisterschaft in Doha (Katar) statt. Der Osnabrücker Aktionskünstler Volker-Johannes Trieb, AWO International, der AWO Bezirk Westliches Westfalen und der AWO Unterbezirk Ruhr-Mitte gedenken bei einer Veranstaltung im Stadion am Schloss Strünkede in Herne den mehr als 15.000 Arbeitsmigranten, die auf den Baustellen der Fußballstadien in Katar gestorben sind. Sinnbildlich für sie werden 6500 sandgefüllte Stoff-Fußbälle auf dem Spielfeld platziert. 20.000 Grabkerzen werden das Stadion illuminieren.

Die nicht-öffentliche Aktion kann ab ca. 17:00 Uhr im Live-Stream auf der Facebook-Seite und dem YouTube-Kanal der AWO Westliches Westfalen verfolgt werden:

„Die Fußballweltmeisterschaft hat viele tausend Menschen das Leben gekostet. Sie wurden wie Sklaven behandelt und sind an Hitze, Erschöpfung oder wegen fehlender Sicherheitsvorkehrungen gestorben. Die FIFA und die Regierung Katars sind über Leichen gegangen und das darf im WM-Jubel nicht untergehen.“, so Volker-Johannes Trieb, der die Aktion ins Leben gerufen hat. Gemeinsam mit der AWO und mehreren hundert freiwilligen Helfern, wird er das Stadion zu einem temporären Mahnmal umfunktioniert. Sinnbildlich für die vielen Opfer werden die Stoff-Fußbälle auf dem Rasen verteilt. Bedruckt mit dem Zitat „Weltgewissen, du bist ein Fleck der Schande“ senden sie eine klare Botschaft. Zusätzlich werden 20.000 Grabkerzen angezündet. Der Cellist Willem Schulz wird ein eigens für die Verstorbenen komponiertes Requiem vortragen und die Band Westwärts ihren Song „We say NO!“ spielen. Mit Schweigeminuten am Mittelkreis und dem Verlesen eines gemeinsamen Manifestes wollen die Veranstalter den Toten ein würdiges Denkmal setzen. Moderiert wird die Veranstaltung von Manfred Breuckmann.

„Für uns als Arbeiterwohlfahrt sind Menschenrechte unverhandelbar. Das Leben der Arbeitsmigranten ist wichtiger als jeder Profit. Mit unserer Aktion wollen wir der Fußballwelt ins Gewissen reden und an die Grausamkeiten erinnern, die sich im Vorfeld der Weltmeisterschaft ereignet haben. Sportliche Ereignisse dürfen nie wieder an Gastgeber vergeben werden, die gegen grundlegende Werte verstoßen. “, erklärt Michael Scheffler, Vorsitzender des AWO Bezirks Westliches Westfalen.

Bereits im April hat eine Protestaktion des Künstlers und der AWO für große Aufmerksamkeit gesorgt. Vor der FIFA-Zentrale in Zürich wurden die sandgefüllten Stoff-Fußbälle vor der FIFA-Zentrale in Zürich abgeladen, um gegen die Vergabe der WM an den Wüstenstaat und die damit verbundenen Ausbeutungen von Arbeitsmigranten zu protestiere. Umfangreiches Material zur Protestaktion „Weltgewissen, du bist ein Fleck der Schande“ finden Sie auf der Website www.weltgewissen-katar.de.

 

awo logo cmyk

 

Die AWO Mittelrhein fordert, Sprach-Kitas müssen langfristig gesichert werden.

„Sprechen ist Miteinander“ eine Veranstaltung zum Thema Sprach-Kitas.

Köln, 21.10.2022: Zeitgleich zur Entscheidung über den Erhalt der Sprach-Kitas auf Bundes- und Landesebene, lud die AWO Mittelrhein zu dem Festakt „Sprechen ist Miteinander“ ein. Die Veranstaltung zeigte: Sprach-Kitas sind erfolgreich und wichtig. Die Ankündigungen der Politik, das Programm weiterzuführen, begrüßt die AWO Mittelrhein und fordert das Programm nun dauerhaft und ohne Abstriche in der Qualität zu finanzieren.

Seit 2016 stärkt der AWO Bezirksverband Mittelrhein in drei Verbünden mit 44 Sprach-Kitas die sprachliche Bildung von Kindern in Kindertageseinrichtungen. Vor 75 Fachkräften warf PEP-Mitarbeiter Dennis Epping im Marie-Juchacz-Zentrum der AWO Mittelrhein in Köln-Chorweiler einen Blick auf die 220.739.904 Sekunden, in der die Sprach-Fachkräfte und -Fachberatungen durch das Programm Sprachbildung, Inklusive Bildung und Erziehungspartnerschaften mit Familien gestärkt haben. Eva-Maria Voigt-Küppers, stellv. Präsidiumsvorsitzende des BV Mittelrhein würdigte die Erfolge der Fachkräfte, Ulrike Schasse der Servicesstelle Sprach-Kita und Prof. Dr. Birgit Leyendecker der Ruhr-Universität Bochum wiesen auf positiven Effekte des Programms hin.

Trotz des Erfolgs des Bundesprogramms hat im Juli 2022 das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mitgeteilt, das Programm ab 2023 nicht weiter fördern zu wollen. Nach erheblichen Protesten, an denen sich auch die AWO beteiligte, kündigte Bundesfamilienministerin Lisa Paus am 19.10.2022 an, das Programm bis zum Sommer 2023 weiter fördern zu wollen. Die NRW-Familienministerin Josefine Paul kündigte daraufhin über den WDR an, dass danach das Land die Finanzierung der Sprach-Kitas in NRW übernehmen wolle.

Michael Mommer, Vorstand der AWO Bezirksverband Mittelrhein, begrüßt die Ankündigungen zur Fortführung der Sprach-Kitas ausdrücklich, gleichzeitig mahnt er zur Wachsamkeit: „Über das Ausmaß der weiteren Förderung, d.h. ob die Strukturen von Fachberatung, Tandem, Sprach-Fachkraft etc. genauso übernommen werden, ist noch nichts bekannt. Wenn das Programm auch weiterhin seine volle Wirkung entfalten soll, darf nicht an der Ausführung gespart werden. Es geht hier um Bildungsgerechtigkeit und um die Zukunft der Kinder.“

>> Hier << geht es zur Pressemitteilung der AWO Mittelrhein.


awo logo cmyk



Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.